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Spielbericht gegen SG Uni Greifswald / L

Spielbericht gegen SG Uni Greifswald / Loitz
Leidenschaftslose Leistung mündet in Debakel
Jeder der Leser dieses Spielberichts wird wohl schon mindestens einmal bei einem Umzug von Freunden oder Bekannten geholfen haben. Das Gefühl ist immer das gleiche. Man tut das der Geste wegen und weil es irgendwie von einem erwartet wird. So findet man sich mehr oder weniger pünktlich am Treffpunkt ein und versucht sich so gut es geht vor den wirklich schweren Brocken zu drücken. Hoffentlich trägt jemand anderes den Massivholzschrank und die Waschmaschine, ich nehme mir lieber die Bilderrahmen und die Kuscheltiere. Allerdings ist man der Erste am Chili-con-Carne-Topf und den allgegenwärtigen Bierkasten lässt man auch nicht unbeachtet in der Küche stehen.
So oder so ähnlich kann man sich die Einstellung eines Großteils der Tegeler Truppe vorstellen, die an einem grauen Samstagmittag die Reise nach Loitz im Landkreis Vorpommern-Greifswald antraten. Es sah zumindest so aus, als würden sich fast alle Akteure von den wirklich großen Brocken des Oberligaspiels gegen die SG Uni Greifswald/Loitz fernhalten. Gedanklich waren die meisten wohl schon bei der zugegebenermaßen grandiosen Rückfahrt, bei der es zwar kein Chili con Carne, dafür aber umso mehr Bier und Pfeffi gab.
Fast schon traditionell läuteten wir das Spiel mit dem ersten Treffer ein und konnten auch in der Folge gut mit den Peenetalern mithalten. Allerdings merkte man schon schnell, dass wir deutlich mehr investieren mussten, um mehr oder weniger frei vor dem gegnerischen Tor aufzutauchen. Umso schwerer wogen zahlreiche ausgelassene Chancen im Abschluss und vor allem leichte Fehler im Spielaufbau. Teilweise wurden die Bälle sofort nach dem Ballgewinn in der Abwehr weggeworfen, was ungefähr so ist, als würde man die Waschmaschine ins 4.OG tragen, um dann zu erfahren, dass sich die besagte Wohnung im Erdgeschoss befindet, um nochmals den Vergleich mit dem Umzug zu bedienen. Die Konsequenzen solcher Fehler sind nicht gerade positiv. Man hätte innerhalb der ersten 15 Minuten mit einer geringeren Fehlerquote mehr erreichen können, als ein 7:6. Dass wir nur mit einem Tor zurücklagen, war der Tatsache geschuldet, dass auch Loitz anfangs mit eigenen Unsicherheiten zu kämpfen hatte. Im Gegensatz zu uns gelang es ihnen allerdings diese in der Folge abzustellen. Den anschließenden 7:0 (!!!) Lauf vermochten wir nicht zu unterbrechen. Prompt fingen wir an uns mit Belanglosigkeiten zu befassen und es war von der Bank und von der Tribüne aus zu beobachten, dass wir nicht mehr gewillt waren das zu investieren, was eigentlich nötig gewesen wäre. Die in der Summe katastrophale erste Halbzeit schlossen wir mit einem 16:7 ab.
In dieser Situation tat Loitz aus ihrer Sicht genau das richtige. Sie nahmen den Fuß Anfang der zweiten Hälfte nicht vom Gas und zogen sofort auf 21:8 davon. Nun gingen die Köpfe endgültig nach unten und wir ergaben uns in unserem Schicksal. Ohnmächtig und frustriert fieberten wir dem Schlusspfiff entgegen. Beim Stand von 31:14 wurde uns diese Gnade auch endlich gewährt.
Mit Sicherheit kann man sich für seinen Samstag schöneres vorstellen als einen Umzug oder so ein Spiel. Glücklicherweise war dieses Debakel dank der schon angesprochenen Rückfahrt schnell vergessen. Coverbands von Robbie Williams und den Boomfunk MC’s, sowie zwei bis zwölf Getränke trieben uns die Erinnerungen gründlich aus dem Oberstübchen. Ein großer Dank geht an die Peenetaler, die uns nach dem Spiel zusätzlich mit Flüssigkeit versorgten.
Jetzt, wo unsere kognitiven Fähigkeiten wieder vollständig hergestellt sind, sollten wir uns wieder auf unsere Stärken besinnen. Jeder von uns kommt zum Training und zum Spiel, weil er den Sport und die Truppe, mit der er diesen ausübt, lieben gelernt hat. Spaß am Handball und Leidenschaft (nur ganz wenig Glück 😉) haben uns in der letzten Saison auf Deutsch gesagt den Arsch gerettet. Nur wird sich dieser Spaß garantiert nicht einstellen, wenn man in jedem Spiel so auf den Sack bekommt, wie am Wochenende. Und am Ende ist es wieder wie beim Umzug. Wenn jeder, anstatt Verantwortung abzugeben, auch mal dort hingeht, wo es unangenehm wird und das heißt bei der Waschmaschine und dem Massivholzschrank mit anzupacken, haben alle etwas davon. So verdient man sich sein Chili auf jeden Fall und vielleicht sogar zwei bis dreizehn Getränke.
PowPow
MCKlutz

 

 

 

 

 

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